Vastu in Europa |
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Obwohl Vastu ursprünglich aus dem indischen Kulturkreis stammt, in dem es über mehr als fünf Jahrtausende hinweg millionenfach erprobt wurde und zur Anwendung kam, steht es unserem europäischen Empfinden weitaus näher als sein chinesisches Pendant, das Feng Shui. So beeinflusste Vastu schon durch den römischen Baumeister Marcus Vitruvius vor mehr als 2000 Jahren die Baukunst der klassischen europäischen Architektur. Vitruvius Werk „Zehn Bücher über Architektur" („De architectura libri decem") wird im Übrigen noch heute den Architekturstudenten an allen Universitäten der Welt gelehrt. Dieses aus zehn Büchern bestehende Standardwerk weist in seinem Kapitelaufbau und seinem Inhalt unübersehbare Ähnlichkeiten mit dem Manasara auf, einem der wichtigsten Vastu-Klassiker Indiens. Später erfuhr Vastu durch die Stadtvillen und Schlösser des Florentiner Baumeisters Andrea Palladio eine Renaissance in Europa. Vergleicht man dessen Grundrisse mit denen klassischer Vastu-Bauten, so könnte man sie für Beispiele der gleichen Bautradition und Epoche halten, obwohl Tausende von Kilometern und Tausende von Jahren zwischen ihnen liegen. Diese Beeinflussung zeigt, dass Vastu als eine der wichtigsten Wurzeln europäischer Bau- und Wohnkultur angesehen werden kann. Auszug: Vastu für Einsteiger, S.8-9, Hans-Nietsch-Verlag
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